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Nachhaltigkeit als Wettbewerbsstrategie

Wie ELSCHUKOM Ökologie und Wirtschaftlichkeit verbindet

Die Verringerung der eigenen Treibhausgasemissionen sowie die Einführung attraktiver sozialer Leistungen für Beschäftigte zählen zu den aktuellen Herausforderungen für Unternehmen. Wie ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg zusammengehen können, zeigt das mittelständische Elektronikunternehmen ELSCHUKOM GmbH aus Thüringen, Gewinner des Sustainable Impact Award 2025. Geschäftsführerin Ute Poerschke erklärt, warum nachhaltiges Wirtschaften im Unternehmen oft mit kleinen, konsequenten Veränderungen beginnen kann.

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Präzision in der Drahtfertigung: Schichtleiter Marco Rönsch prüft den Drahtlauf an der Feindrahtwalze. | Foto: ELSCHUKOM

Ein grauer Plüschelefant sitzt seit mehr als zwei Jahrzehnten im Büro von Ute Poerschke. Sein Name ist DOUG – eine Abkürzung für „diligently overachieving unrealistic goals“. Für die Geschäftsführerin des thüringischen Elektronikunternehmens, der ELSCHUKOM GmbH, ist das Maskottchen mehr als eine Kuriosität: Es erinnert an ein Management-Credo, das sie durch viele unternehmerische Entscheidungen begleitet hat. Große Ziele erreicht man nicht mit einem einzigen Sprung, sondern Schritt für Schritt.

ELSCHUKOM-Geschäftsführerin Ute Poerschke | Foto: ELSCHUKOM

Dieses Prinzip prägt auch den Nachhaltigkeitsansatz des Unternehmens. Für Poerschke ist Nachhaltigkeit kein PR-Projekt und keine Pflichtübung für Zertifikate. Vielmehr beschreibt sie eine Haltung, die im Unternehmensalltag verankert ist – etwa bei der Auswahl von Lieferanten, der Optimierung von Produktionsprozessen oder der systematischen Rückführung von Wertstoffen in den Materialkreislauf. „Nachhaltigkeit ist ein respektvoller Umgang mit jeder Ressource“, sagt sie. Für ELSCHUKOM bedeutet das konkret: Ressourcenverschwendung zu vermeiden, Materialien effizienter einzusetzen und Investitionsentscheidungen sowohl unter ökologischen als auch wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu treffen.

Dieser Ansatz hat dem mittelständischen Unternehmen 2025 den Sustainable Impact Award, kurz SIA, in der Generali-Sonderkategorie „SME EnterPrize“ eingebracht. Die Auszeichnung würdigt Firmen, die ökologische (wie die Reduktion der eigenen Treibhausgasemissionen) und soziale (wie Gesundheitsangebote oder andere Unterstützungsleistungen) Nachhaltigkeitsaspekte für ihre Mitarbeitenden nicht nur strategisch formulieren, sondern tatsächlich in ihre Geschäftsmodelle integrieren. Für ELSCHUKOM ist der SIA Bestätigung und Ansporn zugleich.

Plüschelefant DOUG im ELSCHUKOM-Büro. | Foto: ELSCHUKOM

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmensstrategie

Der Nachhaltigkeitsansatz von ELSCHUKOM folgt einem pragmatischen Prinzip: Wirtschaftlichkeit und ökologische Verantwortung sollen sich nicht widersprechen. Für viele mittelständische Unternehmen ist genau diese Balance entscheidend. Denn während große Konzerne oftmals umfangreiche Nachhaltigkeitsabteilungen aufbauen können, müssen kleinere Unternehmen Veränderungen oft mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen umsetzen.

Poerschke betont daher, dass Nachhaltigkeit im Unternehmen kein separates Projekt ist, sondern in bestehende Abläufe integriert wird. So werden beispielsweise Produktionsprozesse kontinuierlich daraufhin überprüft, wie sich Energie- und Materialeinsatz reduzieren lassen. Auch in der Beschaffung achtet das Unternehmen stärker auf ökologische Kriterien und langfristige Lieferkettenstabilität. Ziel ist es unter anderem, Materialverluste in der Fertigung zu minimieren und den Ressourceneinsatz insgesamt effizienter zu gestalten. Transparenz spielt ebenfalls eine wichtige Rolle – sowohl gegenüber Mitarbeitenden als auch gegenüber Partnern. Glaubwürdigkeit entsteht nach ihrer Überzeugung nicht durch Auszeichnungen allein, sondern durch konsequentes Handeln.

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Auf dem Firmengelände schafft ELSCHUKOM Lebensräume für Tiere und Pflanzen – mit Biotopflächen, Insektenhotels, Nistplätzen, Vogeltränken und einem eigenen Storchenhorst. | Foto: ELSCHUKOM

Ein entscheidender Meilenstein für ELSCHUKOM war der Neubau des Unternehmensstandorts in Veilsdorf. Das Gebäude wurde im sogenannten EH40+-Standard errichtet – einem besonders energieeffizienten Konzept, das unter anderem eine stark gedämmte Gebäudehülle, eine energieoptimierte Haustechnik sowie die Integration erneuerbarer Energiequellen umfasst. Damit schuf das Unternehmen die Grundlage, sowohl den Energiebedarf des Gebäudes als auch Teile der betrieblichen Infrastruktur nachhaltiger zu gestalten. Ziel war es, den Einsatz fossiler Primärenergie deutlich zu reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien an der Strom- und Wärmeversorgung zu erhöhen.

Dazu gehört auch eine Photovoltaikanlage, die künftig einen erheblichen Teil des Strombedarfs am Standort decken soll – sowohl für den Gebäudebetrieb als auch perspektivisch für ausgewählte Produktionsprozesse. Doch selbst gut geplante Nachhaltigkeitsprojekte verlaufen nicht immer reibungslos. Der Aufbau der PV-Infrastruktur gestaltete sich deutlich komplexer und langwieriger als erwartet, sodass einzelne Maßnahmen erst Jahre nach der ursprünglichen Planung umgesetzt werden konnten. Für Poerschke zeigt sich darin eine wichtige Erkenntnis: Transformation ist selten ein schneller Prozess. Sie erfordert Geduld, Investitionen und oft auch die Bereitschaft, Rückschläge in Kauf zu nehmen.

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Qualität im Blick: Lagerfacharbeiter Luca Schellenberg kontrolliert eine Spule im Lager. | Foto: ELSCHUKOM

Rohstoffe als zentrale Herausforderung

Neben Energie zählt der Materialeinsatz zu den größten Umweltfaktoren in der Elektronikindustrie. Bei ELSCHUKOM spielt dabei vor allem ein Rohstoff eine entscheidende Rolle: Silber.

Das Unternehmen benötigt jährlich mehr als eine Tonne des Edelmetalls für seine Produkte. In einer umfassenden „Cradle-to-Grave“-Betrachtung verursacht dieser Rohstoff einen erheblichen Anteil am unternehmensbezogenen CO₂-Fußabdruck. Entsprechend konzentriert sich ein Teil der Nachhaltigkeitsstrategie auf den Umgang mit diesem Material. Die Ansätze sind vielfältig: Gemeinsam mit Kunden arbeitet das Unternehmen daran, Alternativen zu entwickeln, die mit weniger Silber auskommen, ohne Funktionalität oder Sicherheit zu beeinträchtigen. Gleichzeitig versucht ELSCHUKOM, möglichst recycelte Rohstoffe einzukaufen und Metallabfälle konsequent in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen.

Solche Veränderungen sind jedoch komplex. Neue Materialien müssen getestet, qualifiziert und teilweise auch von Kunden akzeptiert werden. Deshalb betont Poerschke, dass Innovation in industriellen Lieferketten meist ein langfristiger Prozess ist.

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ELSCHUKOM feierte 2025 sein 35-jähriges Jubiläum. Das Gastgeberteam blickt auf schöne Feiermomente zurück. | Foto: ELSCHUKOM

Die Rolle der Mitarbeitenden

Ein weiterer zentraler Faktor der Nachhaltigkeitsstrategie sind die Mitarbeitenden. Nach Überzeugung der Geschäftsführerin kann eine Transformation nur funktionieren, wenn das gesamte Team hinter den Zielen steht. „Unsere Mitarbeitenden sind nicht nur Teil der Nachhaltigkeitsstrategie – sie sind ihr Motor“, sagt sie.

Das Unternehmen versucht deshalb, Ideen aus der Belegschaft aktiv zu fördern. Mitarbeitende können Vorschläge einbringen und Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig spielt Weiterbildung eine wichtige Rolle, etwa bei Themen wie Führungskompetenz oder Beschaffung unter Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Aspekten. Dieser Ansatz hat einen Nebeneffekt, der gerade im Mittelstand zunehmend wichtig wird: Fachkräftebindung. Unternehmen, die Mitarbeitenden Entwicklungsmöglichkeiten bieten und ihnen Verantwortung übertragen, haben bessere Chancen, qualifizierte Arbeitskräfte langfristig zu halten.

Viele kleine Schritte

Neben großen Projekten setzt ELSCHUKOM bewusst auf eine Vielzahl kleiner Maßnahmen. In internen Präsentationen spricht das Unternehmen von „Low Hanging Fruits der Nachhaltigkeit“ – also leicht umsetzbaren Ideen mit spürbarem Effekt. Dazu zählen beispielsweise Berücksichtigung von Herkunft und Lieferketten beim Kaffee, Recyclinglösungen für Zigarettenreste oder die naturnahe Gestaltung von Grünflächen rund um das Firmengelände. Auch Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung oder Programme, die Mitarbeitende zu klimafreundlicherer Mobilität motivieren, gehören dazu.

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Überdachte Parkflächen mit Photovoltaik leisten einen Beitrag zur Eigenstromversorgung. | Foto: ELSCHUKOM

Verantwortung für die Region

ELSCHUKOM hat seinen Sitz in Veilsdorf in Thüringen – einer Region mit vergleichsweise geringer Industriedichte. Für das Unternehmen bedeutet das auch eine besondere Verantwortung gegenüber dem Standort. Im Vergleich zu wirtschaftsstarken Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg zählt der Mittelständler vor Ort zu den größeren Arbeitgebern. Diese Rolle nutzt das Unternehmen unter anderem, um eigene Ausbildungsangebote auszubauen und Nachwuchskräften langfristige Perspektiven im Betrieb zu eröffnen. Dazu gehören gezielte Weiterbildungsprogramme, die frühzeitige Einbindung in verantwortungsvolle Aufgaben sowie individuelle Entwicklungsmöglichkeiten über die Ausbildung hinaus. Ziel ist es, qualifizierte Fachkräfte dauerhaft an das Unternehmen und damit an die Region zu binden. Gleichzeitig setzt ELSCHUKOM auf internationale Offenheit: Im Betrieb arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, darunter auch Mitarbeitende aus der Ukraine oder Eritrea.

Der Wert von Auszeichnungen

Der Sustainable Impact Award hat im Unternehmen vor allem eines bewirkt: zusätzliche Motivation. Die Auszeichnung habe bestätigt, dass der eingeschlagene Weg richtig sei, sagt Poerschke. Für viele Mitarbeitende sei es ein starkes Signal gewesen, dass ihre Arbeit auch außerhalb des Unternehmens wahrgenommen werde. Gleichzeitig dient der Wettbewerb als Benchmark: Er ermöglicht es Unternehmen, ihre eigene Entwicklung mit anderen Initiativen zu vergleichen und neue Ideen zu entdecken. Besonderes Highlight: ELSCHUKOM wird Deutschland auch beim europäischen Nachhaltigkeitspreis der Generali Group, dem „SME EnterPRIZE“, vertreten, der im Frühjahr 2026 in Brüssel stattfindet.

Poerschke empfiehlt deshalb auch anderen mittelständischen Firmen, sich an solchen Wettbewerben zu beteiligen. Perfektion sei keine Voraussetzung. „Niemand ist perfekt“, sagt sie. Wichtiger sei es, überhaupt anzufangen und kontinuierlich weiterzugehen.

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Die nächsten Ziele

Auch nach der Auszeichnung sieht ELSCHUKOM seine Nachhaltigkeitsstrategie als langfristige Aufgabe. Für die kommenden Jahre hat das Unternehmen mehrere Ziele formuliert. So soll der CO₂-Fußabdruck systematisch reduziert werden. Grundlage dafür ist zunächst eine detaillierte Analyse der wichtigsten Emissionstreiber entlang von Produktion, Energieeinsatz und Materialverbrauch. Darauf aufbauend entwickelt das Unternehmen schrittweise konkrete Maßnahmen, um die identifizierten Einsparpotenziale realistisch und wirtschaftlich umsetzen zu können.

Ein weiteres Projekt betrifft das Firmengelände selbst. Flächen rund um das Gebäude sollen nach und nach in ein ökologisch wertvolles Biotop umgestaltet werden.

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Einblicke in die Zukunft: Gäste besichtigen beim 35-jährigen Jubiläum von ELSCHUKOM das neue EH40+-Firmengebäude. | Foto: ELSCHUKOM

Große Ziele erfordern Geduld und Ausdauer

Die Geschichte von ELSCHUKOM zeigt, wie Nachhaltigkeit im industriellen Mittelstand umgesetzt werden kann – durch die Reduktion von Treibhausgasemissionen, einen bewussteren Umgang mit Rohstoffen sowie Investitionen in Qualifizierung und Unternehmenskultur. Dabei handelt es sich nicht um ein einmaliges Großprojekt, sondern um einen kontinuierlichen Transformationsprozess, der strategische Entscheidungen, technologische Innovationen und zahlreiche kleinere Verbesserungen miteinander verbindet.

Der graue Plüschelefant im Büro der Geschäftsführerin bleibt dabei ein Symbol für diese Herangehensweise. Große Ziele mögen ambitioniert erscheinen – doch mit Geduld und Ausdauer lassen sie sich Schritt für Schritt erreichen.

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